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Okt 16 2008
Globalisiert - der kleine Mann verliert Drucken E-Mail
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Kategorie: Blogs - Wirtschaft_Blog
Geschrieben von Planlos   
Donnerstag, 16. Oktober 2008

 

Die Weltwirtschaft steht auf Globalisierung. das Große Kapital verdient damit viel Geld.
Nur der kleine Mann....der kann nur verlieren.....

Warum ist das so?

Im Grunde ist es so (einfach erklärt):
Eine Aktiengesellschaft und somit deren Manager sehen sich folgender Situation gegenüber.
Sie müssen stets und ständig Hochprofitabel sein, sonst kommt da jemand anderes auf dem Markt mit viel Geld und kauft sich das Unternehmen einfach (meist mit Krediten).

Warum das Jemand tun sollte ist ebenso einfach. Auf der Jagt nach immer mehr Rendite (Investoren, Fonds etc.) trifft man nun auf ein Unternehmen, bei dem man sieht, hier könnte man durch diverse Optimierungen (Billiglohnland, unbezahlte Überstunden (in China sehr verbreitet), längere Arbeitszeiten etc.) die Eigenkapitalrendite deutlich zu steigern. Kauft nun ein Investor dieses Unternehmen, finanziert zum größten Teil über Kredite und steigert nun die Rendite, dann erwirtschaften sich die zu zahlenden Zinsen quasi durch das gekaufte Unternehmen, dann bezahlt sich das gekaufte Unternehmen selbst. Der Investor bekommt das Unternehmen zum derzeitigen Wert, ohne die Finanzierungskosten berücksichtigen zu müssen. Nach der Aktion ist das gekaufte Objekt natürlich dann mehr Wert auf dem Markt....kann also teurer verkauft werden.
Soweit aus der Sicht der Investoren. Was ist denn schlimm dabei ?

Schlimm ist, dass die Manager der Unternehmen also immer gezwungen sind, am Limit der optimalen Rendite agieren müssen, um der Gefahr der Übernahme aus dem Weg zu gehen.
Beispiel: Nokia und das Werk in Bochum. Bochum hatte sogar eine gute Umsatzrendite von über 10% vorzuweisen. Nur, nachdem die dortigen Ingenieure die Prozesse optimiert hatten (hohes Facharbeiter Wissen der Bochumer Arbeitskräfte), wurde das Werk geschlossen und die Produktion im Ostblock fortgeführt. Dort natürlich zu deutlich geringeren Lohnkosten. Man steht am Anfang der Entwicklung in diesem Land. Der Standard ist noch nicht so hoch, die Ausgaben für das tägliche Leben deutliche geringer als hierzulande. Die Rendite wurde gesteigert, bevor ein Investor es zwangsweise tut. Hier haben Menschen ihren Arbeitsplatz verloren, ihre Zukunft, ihr Einkommen. Obwohl zunächst das Wissen über optimierte Prozesse abgegriffen und Investitionszulagen - bezahlt aus unseren Steuergeldern - in Anspruch genommen wurden.
Auch die Menschen am neuen Standort werden nicht lange Freude haben. Das Werk bleibt solange die Bindung an die Fördervorgaben für die staatlichen Investitionszulagen sind und bis das nächste billigere Land in Sicht kommt. Dann zieht das Unternehmen weiter. Es muss ja immer am Rand des Renditeoptimums laufen. Und sie werden gehen, da die Löhne steigen müssen. Siehe China hier steigert sich der Lebensstandard. Die Menschen dort wollen auch nicht jeden Tag nur eine Schüssel Reis essen sondern Fleisch, gutes Gemüse, Fisch etc. Ihr Lebenshaltungskosten steigen und somit der Anspruch auf einen höheren Lohn.

Zurück zum Unternehmen:
Beachtet ein Manager diesen Zwang nicht, wird das Unternehmen "feindlich" übernommen und "zwangsoptimiert". Hatte das Unternehmen durch gute Jahre einiges an Eigenkapital angesammelt für Rücklagen, Investitionen in die Zukunft etc. war dieses Kapital natürlich nun weg. Der neue Eigentümer sieht es als seinen Gewinn an und saugt es ab.

Nun steht das Unternehmen ohne Deckung im harten Wetter des Wettbewerbs. Ein Ausfallen eines großen Kunden, ein kleines Zucken im Exportabsatz, ein kleiner Rückgang der Gewinne wegen rückläufiger Wirtschaftsentwicklung und das ehemals gute Unternehmen kommt ins Schlingern.
Keine Reserven und der neue Eigentümer will jeden Monat seinen Gewinn, das Geld womit er die Zinsen der Kredite begleicht. Meist ist es so, dass die Kredite durch geschickte Schachzüge der Finanzmanager direkt im übernommen Unternehmen stehen und die Bilanz belasten. Das Unternehmen hat sich selbst gekauft, gehört sich aber nicht ? hääääää?
Ja, im Prinzip ist das so. Alles ein wenig vereinfacht...das Ganze ist natürlich deutlich komplexer.

Ein echter Unternehmer handelt anders. Er schaut, dass seine Firma auf Dauer, am besten noch für seine Erben stabil und erfolgreich ist. Keine kurzfristige Renditeerhöhung kann ihn reizen, wenn er weiß, dass er das Unternehmen destabilisiert.


Fazit: Globalisierung ist nicht immer gut. Optimierung der Rendite ist nicht immer zukunftsträchtig und auf dauer erfolgreich !

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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 16. Oktober 2008 )
 
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